WIRTSCHAFT
Netzneutralität

Unter das Thema Wirtschaft fallen auch Netzneutralität und ihre Streitpunkte. Im kommenden Mannheim Forum spielt die Regulierung des Internets eine bedeutende Rolle, insbesondere die Zukunft von kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Netzneutralität ist besonders durch ein Angebot der Telekom wieder präsent. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat fast ein halbes Jahr das StreamOn-Produkt der Telekom Deutschland überprüft. StreamOn rechnet in bestimmten Tarifen die Dienste von Spotify, Apple Music oder anderen Partnern nicht auf das monatliche Datenvolumen eines Kunden. Kurz gesagt: Wer mehr zahlt, kann schneller surfen. Damit scheint die Netzfreiheit immer mehr in Bedrängnis des Marktes zu geraten. Und kann der Standort Deutschland sich überhaupt gleichberechtigte Daten leisten?

Gegner der Netzneutralität setzen genau hier an, denn Deutschland liegt im Breitbandausbau immer noch zurück. Wenn man auf unserer Datenautobahn reguliert, wer schneller an Daten kommt – mit schnellerem Tempo überholt – ist dann der Verkehr nicht viel effizienter geregelt? Hinzu kommt der finanzielle Aspekt: Deutschland würde viel Geld an dem Netzausbau sparen. Und auch die großen Unternehmen könnten große Datenmengen schneller in die Welt tragen – vielleicht sogar als Global Player. Die Regulierung des Internets kann also Realität werden.

Aber hat das noch etwas mit Gleichberechtigung zu tun? Mit einer Freiheit im Internet eher weniger. Das World Wide Web war bisher nicht unbedingt schlau. Und das akzeptieren wir, denn alle Daten werden neutral behandelt. Wenn das Internet reguliert wird, fürchten Netzaktivisten eine „Zensurinfrastruktur“, weil alle Daten durchleuchtet werden müssten. Je nach Inhalt wird ein Datenpacket bevorzugt oder vernachlässigt. Demokratisch gesehen entsteht so ein „Zwei-Klassen-Internet“. Wollen wir das wirklich? Finanzstarke Unternehmen leisten sich priorisierte Zugänge und Start-ups und kleine Unternehmen werden vom Markt gedrängt. Der Wettbewerb ist so nicht mehr gewährleistet und es kann schnell eine Monopolstellung entstehen.

In der Diskussion um die Netzfreiheit darf man nicht vergessen: Eine gewisse Wahlfreiheit muss im Internet der Zukunft bleiben – auf Seiten der Verbraucher, sowie der Unternehmen. Laut BNetzA ist die Telekom StreamOn-Funktion weitgehend zulässig. Auch Vodafone legt mit einem Streaming-Tarif nach. Ob ein unabhängiges Internet Illusion oder Realität sein wird, zeigt sich in den nächsten Jahren.

Mehr dazu vom 8.-10- März beim Mannheim Forum 2018!