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Sport – Rollt der Rubel, rollt der Ball

Der Sport im Sog des Geldes?

Rollt der Rubel, rollt der Ball – der Sport im Sog des Geldes?

„Im Weltfußball hat sich allgemein vieles verändert. Geld, TV und Sponsoren diktieren“. Diese Entwicklung, die heute aktueller denn je erscheint, erkannte die brasilianische Fußballlegende Pelé bereits im Jahr 2003.

Obgleich Fußball zweifellos das prominenteste Beispiel darstellt, so lässt sich die zunehmende Kommerzialisierung des Sports auch in vielen anderen Disziplinen beobachten. Dort, wo das Interesse hoch ist, wo die Einschaltquoten stimmen und die Zuschauerzahlen noch Steigerungspotenzial aufweisen, dort scheint die nächste, aussichtsreiche Goldgrube gefunden zu sein. Der Kampf um den Pokal und die Medaillen wird zum unterhaltsamen Nebenaspekt in der Selbstvermarktung der Vereine. Dass es schon längst nicht mehr um den Sport selbst, sondern um Macht, Außendarstellung und Politik geht, zeigen nicht zuletzt die Korruptionsskandale in Verbindung mit dem Internationalen Olympischen Komitee sowie der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006.

Auf der einen Seite sind es genau die Vereine die man eher als erfolgreiche Unternehmen bezeichnen kann, welche den Sportarten eine Plattform bieten und zu einem größeren Publikum verhelfen. Auf der anderen Seite ist fraglich was mit den kleineren Vereinen ohne diese monetäre Basis und Marketingstrategie geschieht. Reicht es noch ein ‚einfacher‘, auf den Sport fokussierter Verein zu sein, oder muss der Wandel zum Wirtschaftsunternehmen zwingend stattfinden um wettbewerbsfähig zu bleiben? Doch sind es nicht auch genau diese Vereine, die den Kern des Sports – Gefühl, Emotionen, Wettkampf, Persönlichkeit – verkörpern und leben? Welchen Beitrag können die Zuschauer leisten, damit ihre Lieblingssportart nicht ihre Seele verliert? Oder ist findet diese Entwicklung bald ihr jähes Ende und damit auch der ständige Kampf um Geld und Prestige?