Digitalisierung im Gesundheitssektor in Japan

Japan wird in Deutschland als High-Tech Land wahrgenommen. Gerade das Thema Robotik – stellvertretend für Digitalisierung auch im Bereich Gesundheit – wird in den deutschen Medien mit dem Land der aufgehenden Sonne und einer scheinbar grenzenlos technikaffinen Bevölkerung verbunden. Von dem Roboterhund „Aibo“ von Sony wurden 1999 trotz des Preises von 2.500 € die 3000 vorgehaltenen Exemplare innerhalb von 18 Minuten über das Internet verkauft.  Doch 2015, also 16 Jahre später, konnte der humanoide Roboter „Asimo“ von Nissan Bundeskanzlerin Merkel nicht wie vorgesehen die Hand schütteln, ihr damaliger menschlicher Counterpart, Herr Abe, schon. In den Gazetten wird heute viel über amerikanische und chinesische Unternehmen im Kontext der Digitalisierung geschrieben, auch in Japan.

Wo steht in Japan „Digital Health“ heute? Dieser Momentaufnahme soll sich der Workshop widmen.

Der Workshop ist dreigeteilt. Zunächst werden Hintergrundinformationen zur Einordnung in den gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund, in welche die Digitalisierung in Japan eingebettet ist, durch den Referenten gegeben. In einem zweiten Schritt werden je eine kurze anonymisierte Case Study vorgestellt aus dem Kontext „Wissenschaft“, „Wirtschaft“ und „Politik“, die so aus dem unmittelbaren Arbeitsfeld des Referenten im Rahmen seiner langjährigen Berufstätigkeit in Japan stammen. Diese Case Studies werden aus heutiger Perspektive gemeinsam diskutiert und bewertet. In einem dritten Schritt werden wir überlegen, wo Ansätze für einen erfolgreichen interdisziplinären Umgang mit Japan im Bereich „Digital Health“ aus deutscher Sicht liegen können, dies sowohl auf Deutschland selbst bezogen, als auch im binationalen Kontext.

Dr. Martin Pohl

Deutsche Botschaft Tokio

Dr. Martin Pohl schloss 1989 sein Studium im Fachgebiet ‚Betriebswirtschaft‘ als Diplom-Kaufmann an der Uni Mannheim ab und promovierte anschließend dort bei Prof. Dr. Wingkens (Erstgutachter) und Prof. Dr. Raffée (Zweigutachter) in Fachgebiet ‚Anglistik‘. Daran folgend arbeitete er zehn Jahre als Unternehmensberater bei der Deutschen Eisenbahn-Consulting GmbH und der IG BAU, beides in Frankfurt a.M. Von 2004-06 war er außerdem Aufsichtsrat der Firma Lafarge-Roofing GmbH in Oberursel (12.000 Mitarbeiter).

2006 wurde er vom Auswärtigen Amt für den diplomatischen Dienst eingestellt und an die Deutsche Botschaft Tokio versetzt. 2010 wechselte er an die nationale ‚Universität Tsukuba‘ (drei Nobelpreisträger) im Großraum Tokio als ‚Associate Professor‘ für das Fachgebiet ‚Management‘. 2014-2019 war er außerdem ständiger Berater des Aufsichtsrats der börsennotierten Firma ‚Harmoic Drive Systems‘ in Tokio. 2018 kehrte er in den Auswärtigen Dienst zurück und ist seither erneut an der Deutschen Botschaft Tokio tätig. Ihm sind die Fachgebiete ‚Arbeit‘ und ‚Gesundheit‘ anvertraut.

Dr. Pohl interessiert sich -auch privat- für die Themen ‚Industrie 4.0‘ und ‚Arbeit 4.0‘; ‚Society 5.0‘ und Management; Betriebswirtschaftslehre im japanisch-deutschen Vergleich; sowie west-östliche Wirtschaftsethik, insbesondere Roboethik.

Vertiefungsworkshop

Samstag 11:00 - 12:30 Uhr