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KULTUR
Leitkultur vs. Multikulturalismus

Was verbindet unsere Gesellschaft?

Die Debatte um eine deutsche Leitkultur ist nicht erst seit dem Sommer 2015 präsent. Beim kommenden Mannheim Forum wollen wir in der Kategorie Kultur daher diskutieren, was genau unter dem Begriff der Leitkultur zu verstehen ist und wie sich diese Richtschnur gesellschaftlicher Werte überhaupt mit deutschem Multikulturalismus vereinen lässt.
 

Die Debatte um ein homogenes Leitbild – sie wird nicht erst seit den zehn Thesen des Innenministers prominent in der Öffentlichkeit geführt, sondern wurde bereits Anfang der 2000er auch auf politischer Ebene im Bundestag angestoßen. Dennoch stellt sich seit der vermehrten Einwanderung von Schutzsuchenden nach Deutschland die Frage, ob wir klare Anforderungen an die Menschen unserer Gesellschaft stellen müssen – deutsche Sprache, freiheitlich demokratische Grundordnung, Religionsfreiheit? 

Doch was stellt ein solches Leitbild überhaupt dar? Ist es wirklich eine Kristallisation von Werten, die sich im Zusammenleben Aller herausgebildet und bewährt haben? Muss eine Leitkultur in diesem Sinne auch immer Gegenbild des Multikulturalismus innerhalb einer Gesellschaft sein? Und inwieweit kann der Ansatz einer Verfassungskultur beide Ansprüche vereinigen? 

„Über Sprache, Verfassung und Achtung der Grundrechte hinaus gibt es etwas, was uns im Innersten zusammenhält, was uns ausmacht und was uns von anderen unterscheidet“ so Thomas de Maizière. Der Innenminister definiert weiter, dass es sich bei einer Leitkultur um eine Art Richtschnur für die Gemeinschaft in Deutschland handle. So solle eine Leitkultur nichts vorschreiben, keine Rechtsregeln festlegen, sondern die in Deutschland lebenden Menschen „leiten“ und zur Vermittlung anregen. 

Gegner einer Leitkultur, unter ihnen auch führende Persönlichkeiten aus der Sozialwissenschaft, führen an, dass es in Deutschland aufgrund der grundsätzlichen kulturellen Vielfalt keine universelle Leitkultur geben könne. Dennoch fordern sie ein Leitbild, eine Identifikationsmöglichkeit für die gesamte Gesellschaft. Im Gegensatz zur Leitkultur basiere dieses nicht auf einer einzigen deutschen Kultur, sondern auf einer deutschen Rechtsphilosophie, sozusagen einem „verfassungsrechtlichen Kompass“ für alle Bürgerinnen und Bürger. 

Soweit ein Teil der populären Auffassungen. Doch welches Ziel ist hier für unsere Gesellschaft eigentlich erstrebenswert? Und gibt es ihn überhaupt, den Nutzen am Ende dieser Debatte? 

 

Mehr dazu vom 8.-10. März 2018 beim Mannheim Forum!