Seite auswählen

UNTERNEHMERTUM
Die Blockchain

Hype oder grundlegend disruptive Technologie?

Sie verspricht Transaktionsgeschäfte inkorrumpierbar zu machen, vollkomme Transparenz zu leisten und die Art, wie wir Verträge abschließen, grundlegend zu revolutionieren: Die Blockchaintechnologie.

Eine grundlegend disruptive Technologie also oder alles nur Hype?

Virginia Rometty, CEO von IBM, formulierte es folgendermaßen: Die Blockchain ist für Transaktionen das, was das Internet für Informationen war. Sie macht es möglich, sich zum einen vollständig von einem Mittler zu befreien, da die Identität zweier Parteien durch die Transaktionskette, also durch das Netzwerk festgestellt wird. Gleichzeitig ist über ebendiese Kette auch absolut transparent nachvollziehbar, was im geschäftlichen Netzwerk für Transaktionen stattgefunden haben und das bei vollständiger Anonymität der Teilnehmer.

Bereits heute zahlreiche Usecases

Fakt ist, dass die Technologie längst nicht mehr nur Vision ist, sondern sich bereits ein Markt um diese Geschäftsmodelle bildet. Blockchains sind dabei vielseitig einsetzbar: Sie werden zum Beispiel genutzt, um Transaktionsketten werthaltiger Güter nachzuverfolgen. Für den Handel mit Diamanten, bei dem schon heute mit Everledger gearbeitet wird, lassen sich Informationen zum Gütegrad, wie Herkunft oder Reinheit, in die Blockchain einbetten, sodass Kunden zweifelsfrei nachvollziehen können, was für ein Produkt sie gerade erwerben. Gleiches lässt sich beispielsweise auf Originalersatzteile für Autos, Medikamentenhandel oder auch Produkte mit Nachhaltigkeitsanspruch, wie in der Textilindustrie, anwenden. Auch der Abschluss von sogenannten „Smart Contracts“, also Verträge, die automatisch die Erfüllung der Bedingungen prüfen, wird durch Blockchain möglich. Einige Unternehmen befassen sich allerdings auch damit, mittels Blockchain nicht-manipulierbare Wahlsysteme zu entwickeln.

Ein Markt im Wandel?

Es steht also nicht zur Debatte, ob sich die Blockchain durchsetzen wird, sondern in welchen Branchen und Anwendungsbereichen. Momentan hat die Blockchain als unterstellt innovative Technologie noch eine gewisse „Modewirkung“ und wird neben der Prozessoptimierung auch wegen ihres Imageeffekts diskutiert. Es ist also ebenfalls noch nicht klar, wie sich der Markt in den kommenden Jahren verändern wird, wenn der Hype abflacht und sich für einige Anwendungsbereiche, die momentan viel getestet werden, vielleicht Alternativen bieten.

Auch nicht sicher ist die Reaktion von Intermediären wie Amazon, AirBnB oder Uber auf diese Entwicklungen. Durch eine flächendeckende Implementierung von Blockchain-Lösungen würden diese Unternehmen, die von Ihrer Funktion als Mittler leben, überflüssig werden. Auch im Banken- und Versicherungsgewerbe würden großflächig Arbeitsplätze entfallen. Wie werden sich also die Marktriesen gegen diese Entwicklungen wappnen oder auch wehren?

Bisher ebenfalls nicht ausgereift ist die Rechtslage zu Technologien wie Blockchain. Welchen Regularien soll die Technologie unterliegen, um Missbräuche wie im Falle Bitcoin zu vermeiden? Auch fraglich ist, wie die Technologie mit zivilrechtlichen Grundlagen zu vereinbaren ist, da Informationen historisch im Hash gespeichert werden, der Nutzer sie also nicht mehr löschen kann. Zu diesem Zweck hat die EU bereits unter anderem ein Blockchain Observatorium sowie eine Initiative unter dem dem Namen #Blockchain4EU gestartet.

 

Die Entwickler und Förderer von Blockchains, aber auch Märkte und Gesellschaft stehen also noch immer vor gewaltigen Herausforderungen. Welche Richtung wird die Technologie einschlagen?

Mehr dazu vom 8.-10. März beim Mannheim Forum 2018.