„The House of Wirecard“ – Was der Fall eines Zahlungsdienstleisters dem System Kapitalismus abverlangt

„Wenn dir nicht gefällt, wie die Karten auf dem Tisch liegen, dann wirf den Tisch um“. Im Rückblick scheint sich die Geschäftsführung des einstigen Vorzeigeunternehmens und inzwischen zusammengebrochenen Zahlungsdienstleisters Wirecard diese Maxime des fiktiven US-Präsidenten Frank Underwood auf die Fahne geschrieben zu haben. Bis heute sind Politik, Wirtschaft und Wissenschaft damit beschäftigt, das von Wirecard verursachte Chaos wieder in Ordnung zu bringen – voraussichtlich noch auf Jahre hinaus. Denn der Fall Wirecard stellt nicht nur unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem auf den moralischen Prüfstand, sondern verlangt auch eine praktikable Antwort auf die Frage: Wie lassen sich Märkte und Verbraucher künftig besser schützen?

Wir beschäftigen uns mit möglichen Lösungsansätzen in Form eines Planspiels, das den Wirecard-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestages simuliert. Die Teilnehmer/innen werden in die Gruppen Ausschussmitglieder, Privatwirtschaft/Unternehmen, Regulierungsbehörden und Berater/Wissenschaft eingeteilt. Jede der vier Gruppen erhält eine Einführung und Informationsmaterial zur Vorbereitung, legt intern die Präsentationsstrategie fest und bestimmt eine(n) Verteter(in) für eine gemeinsame „Anhörung“. Es diskutieren dann ein Ausschussmitglied als Politik-/Verbrauchervertreter(in), ein(e) Unternehmensvertreter(in), ein(e) Vertreter(in) der zuständigen Aufsicht sowie eine neutrale Stimme aus der Wissenschaft unter Moderation des Workshop-Leiters.

Felix Kretz

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung

Felix Kretz ist am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE („Sustainable Architecture for Finance in Europe“) in Frankfurt verantwortlich für die Kommunikation der Forschungsergebnisse und Policy-Publikationen des Instituts nach außen, für sämtliche Anfragen der Öffentlichkeit sowie für den Kontakt zu Medienvertretern/-innen. Zuvor war er als Pressereferent am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim tätig. Auf den Abschluss seines Studiums an der Universität Mannheim in den Fächern Politikwissenschaften, Öffentliches Recht und Anglistik folgte ein journalistisches Volontariat bei der Leipziger Volkszeitung mit den Kerngebieten Lokales und Wirtschaft.

Vertiefungsworkshop

Freitag 11:30 - 13:00 Uhr